In Österreich wurden 2024 genau 19.455 Fahrräder als gestohlen angezeigt, ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber den 18.566 Fällen im Jahr davor. Das sind Zahlen des Innenministeriums, aufbereitet vom Verkehrsclub Österreich. Die entscheidende Zahl steht daneben: Die Aufklärungsquote liegt bei 8,9 Prozent. Von hundert angezeigten Diebstählen führen also gut neun zu einem Ergebnis.
Dazu kommen die vielen Fälle, die nie angezeigt werden, weil die Betroffenen nicht glauben, dass eine Anzeige etwas bringt. Ohne Rahmennummer in einer Datenbank haben sie damit sogar recht: Die Polizei kann ein aufgefundenes Radl niemandem zuordnen, wenn nirgends steht, wem es gehört.
Genau das löst das Fahrradregister. Du registrierst dein Fahrrad in der App, und die Rahmennummer landet in einer Datenbank, die beim Gebrauchtkauf auf willhaben, in einer Werkstatt in Graz und bei der Polizei in Wien abgefragt werden kann. Die Registrierung ist kostenlos und dauert etwa fünf Minuten.
Warum sich die Registrierung lohnt
Die Registrierung macht aus einem namenlosen Fahrrad eines, das eindeutig zu dir gehört. Eine gespeicherte Rahmennummer hat drei konkrete Anwendungen.
Erstens kann beim Gebrauchtkauf die kaufende Person in der App prĂĽfen, ob das Rad als gestohlen gemeldet ist. Wird das zur Gewohnheit, bricht der schnelle Verkaufskanal weg, und Diebstahl lohnt sich weniger.
Zweitens scannen immer mehr Werkstätten den QR-Aufkleber, bevor sie ein Rad in Reparatur nehmen. Ein registriertes Rad ist damit schwerer am lokalen Markt reinzuwaschen.
Drittens hat die Polizei bei einem aufgefundenen Fahrrad überhaupt eine Möglichkeit, die besitzende Person zu ermitteln, selbst wenn nie eine Anzeige gestellt wurde.
Eine einzelne Registrierung macht keinen Diebstahl rückgängig. Aber sie verändert das Verhalten aller, die danach in dieses Rad hineinschauen.
1. Lade die App herunter
Die App Fahrradregister gibt es im App Store für das iPhone und bei Google Play für Android. Der Download ist kostenlos, und für weitere Fahrräder fallen keine Gebühren an. Ein Konto deckt den ganzen Haushalt ab.
2. Lege ein Konto an
Wähle beim ersten Start "Registrieren", gib E-Mail-Adresse und Passwort ein und bestätige die Adresse über den Link in deinem Postfach. Anmeldung mit Apple oder Google funktioniert ebenso. Deine persönlichen Daten bleiben privat: Wer ein Fahrrad anhand der Rahmennummer sucht, sieht nur den Status, also registriert oder gestohlen, aber weder deinen Namen noch deine Adresse.
3. Finde die Rahmennummer
Die Rahmennummer ist die feste Kennung des Fahrrads, also das, was dein KTM von dem baugleichen KTM deiner Nachbarin unterscheidet. Die App zeigt, wo zu suchen ist. Die häufigsten Stellen:
die Unterseite des Tretlagers, also unter der Stelle, an der die Pedale sitzen, bei den meisten Rädern steht die Nummer genau dort,
das Sitzrohr oder das Steuerrohr,
die hinteren Ausfallenden, nahe der Aufnahme der Hinterradachse.
Manchmal ist die Nummer schwer lesbar, etwa bei einem lang genutzten oder neu lackierten Rad. Nimm die Taschenlampe deines Handys und wisch die Stelle mit einem weichen Tuch ab. Jede Rahmennummer ist einmalig und ĂĽbernimmt die Rolle des Fingerabdrucks. Fehlt sie, ist das Rad als Eigentumsnachweis praktisch wertlos.
4. Trage die Fahrraddaten ein
Nach der Nummer fragt die App die ĂĽbrigen Details ab.
Erforderlich:
Das Land, in dem du hauptsächlich fährst.
Empfohlen:
Die Stadt, in der du das Rad aufbewahrst.
Die Marke, etwa eine österreichische wie KTM aus Mattighofen, Simplon aus Vorarlberg oder Woom aus Klosterneuburg, oder eine internationale.
Das Modell, also die konkrete Bezeichnung.
Das Baujahr, also Produktions- oder Kaufjahr.
Die Farbe, also die vorherrschenden Farben des Rahmens.
Ein Foto, eine klare Aufnahme des ganzen Rads von der Seite.
Je genauer das Formular, desto leichter können später Polizei, Werkstatt oder Käufer prüfen, dass das Rad wirklich dir gehört. Detailfotos von Kratzern, Aufklebern oder nachgerüsteten Komponenten kommen in den Bereich "Zusätzliche Fotos". Das sind die Daten, die das Wiedererkennen entscheiden, falls jemand das Rad umlackiert.
5. Prüfen und bestätigen
Prüf die Rahmennummer zweimal, bevor du auf "Fahrrad registrieren" tippst. Es ist das einzige Feld, das sich danach nicht mehr ohne Kontakt zum Support ändern lässt. Nach der Bestätigung erscheint das Rad sofort unter "Meine Fahrräder".
Wenn du willst, dass das Rad ein sichtbares Zeichen trägt, bestell direkt aus der App einen QR-Aufkleber: wetterfestes Vinyl mit einem eindeutigen Code. Wer ihn mit dem Handy scannt, sieht den Registrierungsstatus und kann dir eine anonyme Nachricht schicken, falls das Rad auftaucht. Der Aufkleber ist zugleich ein Signal an mögliche Diebe, dass dieses Rad nicht anonym ist.
Das Prinzip kennst du in Österreich schon: ARBÖ und ÖAMTC arbeiten mit Radregistrierung und Diebstahlpickerl nach derselben Logik, und auch die Polizei registriert Räder kostenlos, wenn du den Kaufbeleg mit der Rahmennummer mitbringst. Der Unterschied: Das Fahrradregister ist keine Mitgliederleistung, funktioniert über Grenzen hinweg und lässt sich von jedem in Sekunden abfragen.
Nach der Registrierung
Füge den Kaufbeleg hinzu. Unter "Fahrrad bearbeiten" kannst du Rechnung oder Kassenbon hochladen. Für die Haushaltsversicherung, über die Fahrräder in Österreich meist mitversichert sind, ist der Kaufnachweis im Schadensfall Standard. Ihn am selben Ort wie die Rahmennummer zu haben, spart Stunden Suchen in Schubladen.
Registriere alle Räder im Haushalt. Weitere Registrierungen kosten nichts. Das Register funktioniert wie ein Netzwerk: Je mehr Räder darin stehen, desto öfter schauen Kaufende vor einem Geschäft nach.
Halte die Daten aktuell. Umlackiert, umgezogen, größere Komponenten getauscht? Korrigier den Eintrag. Ein Rad anhand eines fünf Jahre alten Fotos nicht wiederzuerkennen, passiert schnell.
Reagier sofort nach einem Diebstahl. Markier das Rad noch am selben Tag in der App als gestohlen. Jede Stunde Verzögerung ist eine weitere Chance, es zu verkaufen, bevor jemand weiß, dass es verbrannt ist.
Die häufigsten Fehler
Zeichen in der Rahmennummer verwechselt. Die Nummer mischt Buchstaben und Ziffern, etwa "WBK202301234". "0" und "O" oder "1" und "I" sind schnell vertauscht. Zweimal prĂĽfen.
Kein Foto. Optional, aber ohne Foto ist ein wiedergefundenes Rad deutlich schwerer zu identifizieren.
Veraltete Daten. Den Rahmen umlackieren und den Eintrag stehen lassen untergräbt den Wert der Registrierung.
Späte Diebstahlmeldung. Je früher der Status steht, desto größer die Chance, dass jemand das Rad beim Wiederverkauf erkennt.
Wenn du das Rad weitergibst
Verkauf oder Geschenk sollte sich im Register widerspiegeln, damit die neue Person ihre eigenen Daten hinterlegen kann. In der App erzeugst du einen Übertragungscode, der 24 Stunden gültig ist, und gibst ihn weiter. Beide Seiten bestätigen die Übertragung, was eine doppelte Bestätigung ergibt, die sich nicht einseitig umgehen lässt. Die Eigentumskette bleibt eindeutig: Die kaufende Person bekommt ein legales Rad, und du bekommst kein als gestohlen gemeldetes Rad samt Ärger zurück.
Dasselbe gilt in der Familie. Ein an ein Kind weitergegebenes Rad sollte offiziell übertragen werden, damit es im Fall der Fälle als gestohlen gemeldet werden kann.
Wie es weitergeht
Die Registrierung dauert fünf Minuten. Ein gestohlenes Rad ohne Registrierung zurückzubekommen dauert Monate und gelingt bei einer Aufklärungsquote von 8,9 Prozent fast nie. Das ist einfache Rechnung.